“Geldmaschine YouTube” – ZDFzoom Dokumentation

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geldmaschine-youtube-100.html

So der Titel der auf ZDFzoom veröffentlichten Dokumentantion zum Thema Werbung auf YouTube. Der Film von Gabriel Stoukalov und Felix Kohler erschien am 21.02 und beschäftigt sich mit den Arten, der Organisation und Regulierung von Werbung in YouTube-Videos. Dabei klärt die Doku zunächst über die heutige Relevanz von Werbung auf YouTube auf und geht auf die Beziehung zwischen Produzent und Zuschauer ein.

“Die Stars sind im Kinderzimmer groß geworden”, so Wirtschaftspsyschologe Ingo Markgraf. Er ist der Ansicht, dass durch private Einblicke und aufgrund der Austauschmöglichkeit durch die Kommentare eine enge Bindung zwischen YouTuber und Nutzer entstanden sei und kritisiert die Ausnutzung dieser Bindung zu Werbezwecken. Denn laut einer im Video erwähnten Studie kaufen 6 von 10 Kindern ein Produkt, wenn dieses zuvor durch einen YouTuber beworben wurde.

Auf den Videodays trifft der Reporter auf einen Manager, der anonym bleiben möchte. Unter der Fragestellung, was denn größere Produzenten bei einem Werbedeal verdienen können, berichtet er: “Also 180.000€ für ein Video mit Social Media, die sind da schon mal drin”. In einem späteren Beispiel, ein zugespielter Vertrag, geht es um eine Summe von 120.000€, so wie die Ausrüstung eines extra angefertigten Studios, die den Produzenten “überlassen” wird.

Reporter Gabriel Stoukalov trifft sich mit Oğuz Yılmaz und erhält von diesem weitere Hinweise zum Ablauf einer Zusammenarbeit. Die Agenturen der Marken fragen so zum Beispiel bei Vermittlern an, Leute wie Oğuz, der nach seiner Tätigkeit bei Y-Titty als solcher arbeitet. Sagt ein YouTuber zu, so wird ein Agreement aufgestellt, in welchem alles genaustens schriftlich vereinbart wird. Laut Oğuz wird dabei auf Professionalität geachtet. Zudem sprechen beide kurz das Thema Schleichwerbung an. Yilmaz betont dabei, dass es sich nur bei einer fehlenden Kennzeichnung um eine solche handle und diese nicht mit gekennzeichneten Produktplatzierung verwechselt werden sollte.

Medienrechtsanwalt und YouTuber Christian Solmecke erzählt über die Unterschiede zwischen Werbung und Produktplatzierung. Wird ein Produkt emphohlen und kommt es zu einer Kaufaufforderung handelt es sich um Werbung, welche auch als solche im Video gekennzeichnet werden muss. Bei alleiniger Platzierungen von Produkten – aber ohne Kaufempfehlung – fällt das Ganze unter eine Produktplatzierung. “Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen […] abgesetzt sein.”, steht es im Rundfunkstaatsvertrag geschrieben, der die rechtliche Grundlage für dies alles bildet.

Beaufsichtigt werden die YouTuber dabei durch die Landesmedienanstalten, eine Aufsichtsbehörde die jeweils in den einzelnen Bundesländern vertreten ist. Die Landesmedienanstalten geben dabei zum Beispiel kleinere Infoflyer heraus, auf denen über Werbung auf YouTube informiert wird. Bei Regelverstößen können die Medienanstalten Mahnbriefe mit Geldstrafen von bis zu 50.000€ verschicken. Cornelia Holsten, die Vorsitzende der Direktorenkonferenz, gibt dabei an, dass hauptsächlich Kanäle mit größerer Reichweite beobachtet werden, jedoch auch viel mit Hinweisen gearbeitet wird.

YouTube sei zu einer gigantischen Werbeplattform geworden, so das Fazit des Reporters.
Er betont den Einfluss der YouTuber auf Millionen von Menschen, deren enormen Verdienst dadurch und kritisiert abschließend die mangelnde Kontrolle von Aufsichtsbehörden.

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